Am Donnerstag, den 06.08.2026, führte die Feuerwehr Oldenstadt gemeinsam mit den Feuerwehren Groß Liedern und Lehmke einen gemeinsamen Ausbildungsdienst zum Thema Vegetationsbrandbekämpfung durch. Aufgrund der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Anzahl von Flächen- und Vegetationsbränden gewinnt dieses Einsatzgebiet auch für die Feuerwehren in unserer Region zunehmend an Bedeutung. Ziel der Ausbildung war es daher, die Einsatzkräfte auf diese besonderen Einsatzlagen vorzubereiten, moderne Einsatztaktiken kennenzulernen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Feuerwehren weiter zu stärken.
Damit die Ausbildung unter möglichst realistischen Bedingungen stattfinden konnte, wurde ein Stoppelfeld kontrolliert in Brand gesetzt. Ein besonderer Dank gilt hierfür dem Landwirt Jan Hendrik Primke, der zugleich Ortsbrandmeister der Feuerwehr Groß Liedern ist. Durch die Bereitstellung der Ackerfläche wurde diese praxisnahe Ausbildung überhaupt erst möglich.
Als Ausbilder standen Kameraden der Ground Forest Fire Fighting using Vehicles (GFFF-V) zur Verfügung. Die GFFF-V ist eine spezialisierte Einheit des Niedersächsischen Katastrophenschutzes für die Bekämpfung von Vegetationsbränden. Die Einsatzkräfte verfügen über speziell ausgerüstete, geländegängige Fahrzeuge und sind für Einsätze bei Vegetationsbränden besonders ausgebildet. Da einige dieser Spezialfahrzeuge im Landkreis Uelzen stationiert sind und mehrere Kameraden aus dem Landkreis der Einheit angehören, konnten wir auf erfahrene und kompetente Ausbilder direkt vor Ort zurückgreifen.
Zu Beginn des Ausbildungsdienstes stand zunächst ein ausführlicher theoretischer Unterricht auf dem Programm. Hier wurden die Grundlagen der Vegetationsbrandbekämpfung vermittelt und die Besonderheiten dieser Einsatzart erläutert. Anders als bei einem klassischen Gebäudebrand spielen bei Vegetationsbränden Faktoren wie Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Geländeform, Vegetation und Wetterentwicklung eine entscheidende Rolle. Bereits kleine Veränderungen können das Brandverhalten innerhalb kürzester Zeit beeinflussen und die Lage für die Einsatzkräfte erheblich verändern.
Da die GFFF-V ihre Ausbildung an international anerkannten Standards ausrichtet und regelmäßig mit anderen Organisationen zusammenarbeitet, werden viele Taktiken und Fachbegriffe in englischer Sprache verwendet. Auch diese Begriffe wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verständlich erklärt und in den jeweiligen taktischen Zusammenhang eingeordnet.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Verhalten eines Feuers auf einem Stoppelfeld. Anhand von Bildern, Beispielen und den anschließenden praktischen Vorführungen wurde deutlich, wie schnell sich ein Vegetationsbrand ausbreiten kann und welche Gefahren hierbei entstehen. Themen wie Flammenlänge, Wärmestrahlung, Rauchentwicklung, Winddreher sowie das frühzeitige Erkennen von Gefahren wurden intensiv behandelt. Ebenso wurde erläutert, wie wichtig Sicherheitszonen, Fluchtwege und eine ständige Beobachtung des Brandgeschehens für die Sicherheit der eingesetzten Kräfte sind.
Im Anschluss ging es in den praktischen Teil der Ausbildung. Auf einer rund zwei Hektar großen Stoppelfeldfläche wurde das Feuer kontrolliert entfacht. Dadurch bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die seltene Gelegenheit, das Verhalten eines Vegetationsbrandes unter realistischen Bedingungen zu beobachten und die zuvor vermittelten Inhalte unmittelbar in die Praxis umzusetzen.
Zunächst erfolgte die Brandbekämpfung ausschließlich mit Handwerkzeugen. Hier kamen unter anderem Feuerpatschen sowie sogenannte Löschrucksäcke zum Einsatz. Dabei wurde deutlich, dass sich nicht jeder Vegetationsbrand ausschließlich mit Wasser bekämpfen lässt. Anschließend wurde auch der gezielte Einsatz von Wasser geübt. Moderne Vegetationsbrandbekämpfung setzt bewusst auf einen sparsamen und wirkungsvollen Wassereinsatz. Da Löschwasser insbesondere im unwegsamen Gelände nur begrenzt verfügbar ist, kommt es darauf an, dieses möglichst effizient einzusetzen. Hierfür werden unter anderem D-Strahlrohre mit geringer Wasserabgabe verwendet, die eine wirksame Brandbekämpfung bei gleichzeitig geringem Wasserverbrauch ermöglichen.
Während der gesamten Übung standen die richtige Einsatztaktik, die Kommunikation innerhalb der Mannschaften sowie die Sicherheit der Einsatzkräfte im Mittelpunkt. Die Ausbilder gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei viele praktische Hinweise aus ihrer Ausbildung und zeigten auf, worauf es bei Vegetationsbränden besonders ankommt. Gerade die Möglichkeit, das Brandverhalten unter kontrollierten Bedingungen selbst zu erleben, machte diesen Ausbildungsdienst besonders wertvoll.
Der gemeinsame Ausbildungsdienst hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig regelmäßige und realitätsnahe Ausbildung ist. Übungen dieser Art vermitteln Erfahrungen, die sich im theoretischen Unterricht allein nicht erlernen lassen. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Oldenstadt, Groß Liedern und Lehmke weiter vertieft und der fachliche Austausch mit den Spezialkräften der GFFF-V gefördert.
Ein herzlicher Dank gilt den Ausbildern der GFFF-V für die professionelle, interessante und praxisnahe Ausbildung. Ebenso bedanken wir uns bei Jan Hendrik Primke für die Bereitstellung der Übungsfläche und die Unterstützung dieses besonderen Ausbildungsdienstes. Solche Übungen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Einsatzkräfte optimal auf die Herausforderungen zukünftiger Vegetationsbrände vorzubereiten.




















